hl. Philipp Neri, Gründer des Oratorium

26. 05. 2020


Philipp Neri, geboren 21. Juli 1515 zu Florenz, wurde schon in seiner Jugend durch die Schriften Savonarolas sehr beeinflusst. Als Hauslehrer in Rom führte er sechzehn Jahre lang ein Leben der Abtötung, des Gebetes und der Nächstenliebe. 1548 gründete er eine Dreifaltigkeitsbruderschaft zur Betreuung armer und kranker Rompilger. 1551 zum Priester geweiht schloss er sich einer Priestergemeinschaft der Kirche S. Girolamo della Carità an, aus der seit 1552 die Vereinigung der Oratorianer entstand. Philipps Anliegen, die religiöse Erneuerung Roms, versuchte er durch neue Seelsorgemethoden zu verwirklichen. Er förderte die Kinderpredigt, geistliche Lieder in der Volkssprache, Wallfahrten und geistliche Übungen. Seine entwaffnende Freundlichkeit und sein liebenswürdiger Humor erwarben ihm in allen Volksschichten Vertrauen. Zu seinem Freundeskreis gehörten Ignatius von Loyola, Karl Borromäus, Kamillus von Lellis, Franz von Sales sowie Cäsar Baronius, der später seine Nachfolge als Leiter des Oratoriums antrat. Die Kardinalswürde lehnte Philipp mehrmals ab. Schon zu Lebzeiten verehrte das römische Volk ihn als Heiligen (Il Santo). Er starb in Rom am 26. Mai 1595. Sein Grab befindet sich in der Kirche S. Maria in Vallicella, auch Chiesa Nuova genannt. Er gehört zu den bedeutenden Gestalten der katholischen Reform.


hl. Maria Anna von Jesus de Paredes

26. 05. 2020


Sie war spanischer Herkunft und wurde am 31. Oktober 1618 in Quito in Ecuador geboren. Bei ihrer Erstkommunion im Alter von sieben Jahren legte sie das Gelübde ewiger Keuschheit ab. Nach dem Tod ihrer Eltern lebte sie ab ihrem zwölften Lebensjahr im Hause ihrer Schwester; sie wollte als Missionarin nach Japan gehen und dazu in einen Orden eintreten, weil das abgelehnt wurde, wurde sie Franziskaner-Terziarin, widmete sich Werken der Nächstenliebe, führte ein hartes Bußleben und lebte unter der Leitung von Jesuiten wie eine Einsiedlerin bei einem ihrer Verwandten. Ob ihres hohen Einsatzes wurde sie bekannt und bald als die Lilie von Quito bezeichnet. Sie war Charismatisch und mystisch hoch begnadet. Schlaf gönnte sie sich nur wenig, zuweilen auf dem Fußboden oder auf einem harten Brett, den größten Teil der Nacht verbrachte sie, kniend und in Gott versunken, in flehentlichem Beten oder himmlischer Beschauung. Als 1645 in Quito die Pest wütete, ein Vulkanausbruch bevorstand und ein Erdbeben die Stadt erschütterte, betete sie, Gott möge sie bestrafen, aber das Volk verschonen. Tatsächlich starb sie, die Pestepidemie nahm ein Ende, die Naturgewalten hielten still, sie selbst aber wurde Opfer verschiedener Krankheiten und starb bald darauf am 26. Mai.