hl. Elisabeth von Thüringen, Landgräfin

19. 11. 2017


in den Diözesen  Berlin, Fulda, Görlitz und Dresden-Meißen: Fest


Sie wird im Jahre 1207 auf der Burg Sárospatak bei Preßburg geboren. Von ihren Eltern, König Andreas II. von Ungarn und Gertrud von Andechs, erbt sie eine leidenschaftliche Veranlagung, die sich aber, anders als bei den Eltern, nicht in Gewalttaten, sondern, unter dem Einfluss des Evangeliums, in einer radikalen Christus- und Nächstenliebe auswirkt. Vierjährig kommt sie auf die Wartburg bei Eisenach, wo sie mit dem Erben des thüringischen Landgrafenhauses zusammen erzogen und, inzwischen vierzehnjährig, mit Landgraf Ludwig IV. verheiratet wird. Die Landgrafen von Thüringen waren dem deutschen Kaiserhaus der Staufer eng verbunden, die Wartburg ist zu dieser Zeit ein Schauplatz verschwenderischen Lebens und das Ziel von Dichtern und Sängern wie Walther von der Vogelweide und Wolfram von Eschenbach. Auffallend für ihre fürstliche Umgebung und schwer verstehbar ist, daß Elisabeth ihren Mann ebenso herzlich liebt, wie sie sich freigebig um die Hungernden und Kranken sorgt. In der furchtbaren Hungersnot 1225 verschenkt sie, ohne das Einverständnis ihres Mannes abzuwarten, die Geld und Getreidevorräte der Burg und die persönlichen Schätze an das Volk. Bei den Mahlzeiten achtet sie darauf, daß sie nichts ißt, was den Bauern zu Unrecht entzogen worden ist. Den Kranken dient sie nicht nur durch Hospital-Gründungen, sondern sie pflegt sie mit eigener Hand. Sie richtet ihr Leben - darin ist sie dem heiligen Franz von Assisi geistig verwandt - mit immer deutlicherer Entschiedenheit an dem armen und gekreuzigten Christus aus. Ihre kurze glückliche Ehe, in der sie drei Kindern das Leben schenkt, endet 1227, als ihr Mann als Kreuzfahrer in Otranto (Süditalien) an einer Seuche stirbt. Als sie die Todesnachricht erhält, gerät sie außer sich vor Schmerz, "wie ein Mensch, der von Sinnen ist". Sie verlässt die Wartburg und zieht sich nach Marburg zurück. Hier gehört ihr zwar das Schloss als Witwensitz, aber sie gründet im Tal - nach Gotha und Eisenach - ihr drittes Hospital, in dem sie, unterstützt von Franziskanern, die Kranken selbst pflegt. Frei geworden von fürstlichen und familiären Bindungen, lebt und wirkt sie hier als Mutter der Armen und Schwester der Kranken. Dabei entwickelt sie eine ungewöhnliche Heiterkeit, die zeigt, daß ihre aufreibender Dienst an den Aussätzigen nicht Ausdruck einer verkrampften Selbstlosigkeit, sondern Folge einer engen Beziehung zu Jesus Christus ist. Ihn sieht sie in den Geringsten seiner Brüder, aus dem Glauben an ihn erfährt sie die Kraft zur Nachfolge, wohin er ruft und führt. Am 17. November 1231 stirbt sie in Marburg. Die Schädelreliquie ist im Elisabethinenkloster in Wien.


hl. Mechthild von Hackeborn, Mystikerin

19. 11. 2017


Sie wurde im Jahr 1241 in Hackeborn bei Halberstadt geboren und ist leibliche Schwester der Äbtissin Gertrud von Hackeborn, die von 1251 bis 1291 dem Kloster vorstand. Mit sieben Jahren kam sie auf eigenen Wunsch - so die Biographie - ins Kloster Helfta. Sie besuchte die Klosterschule, wurde später Lehrerin und Leiterin der Schule. Mitschwestern halten ihre Visionen fest in "Das Buch der besonderen Gnade". Sie starb am 19. November 1299.


Sie schreibt von Gott: "Ich bin leichter zu erlangen als irgend etwas. Kein Faden und kein Splitter, nichts ist so klein und so gering, daß man es mit einem Willensakt an sich ziehen könnte. Mich aber kann der Mensch mit seinem bloßen Willen an sich ziehen." (Aus: "Das Buch der besonderen Gnade")